Familienbett: Ja oder nein? Zwei Meinungen

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So oft es geht treffen wir unsere “Babyfreundinnen”! ♥ Acht Erst-Mamas, kennengelernt beim Geburtstvorbereitungskurs, Schwangerschafts-, Wochenbett-, Stillzeit und glückliche sowie katastrophale Momente verbinden uns. Dennoch – und das ist ganz natürlich und völlig in Ordnung – gibt es Themen, zu denen es höchst unterschiedliche Meinungen und Diskussionen gibt.

Darunter fällt auch das Thema Familienbett – ja oder nein?

Da wir Zwei in puncto Familienbett auch unterschiedlich denken und praktizieren, möchte wir heute darüber berichten: Familienbett oder schlafen im Kinderzimmer?

Julia: Jeder schläft in seinem Bett!

Unser kleines Mädchen ist mit ca. 10 Monaten aus dem Baby-Beistellbett in ihr eigenes Zimmer umgezogen. Nach 2 Wochen Gewöhnungsphase, nächtlichen Streicheleinheiten, Gute-Nacht-Liedern und Geduld hat unser Kind die Situation angenommen. In dieser Zeit habe ich langsam abgestillt, es gab von nun an nachts Wasser zu trinken. Nachdem unser Mädchen merkte, dass es nur noch Wasser gab, schlief es durch.

Wir sind super happy mit der Situation, denn auch Mama und Papa brauchen eine Pause und Zeit für sich.

Zum abendlichen Ritual mit der Kleinen gehören Kuscheleinheiten, Küsschen, Märchen und über-den-Tag-plappern dazu. Das alles praktizieren wir im Kinderzimmer auf unserem gemütlichen Ohrensessel. Anschließend schlüfpt unser Mädchen in ihr Bettchen und wird ein paar Minuten gestreichelt. Sie weiß Bescheid, dass Mama und Papa nebenan im Schlafzimmer sind und jederzeit zu ihr kommen können. Mit diesem Gedanken schläft sie ein. Sie braucht keinen Schnuller, kein Kuscheltier oder gar meine Hand. Sie braucht einfach liebe Worte und die Gewissheit, dass wir jederzeit kommen können. Für unser Mädchen ist es das normalste der Welt, dass sie ihr Bettchen hat und die Eltern das große Bett haben. Sie ist einfach so selbstständig und schon mit ihrem fast 2 Jahren ein kleines großes Mädchen. Ich bin stolz.

Meiner Meinung nach, schläft sie in ihrem eigenen Bett besser, tiefer und fest. Keiner weckt sie mit Geraschel oder Geflüster auf. Niemand muss im Schlafzimmer im Dunkeln schleichen, um möglichst leise zu sein.

Denn auch wir – die Eltern – möchten entspannt schlafen, ohne auf einen kleinen Menschen in der Mitte “Rücksicht nehmen zu müssen”. Sobald der Zwerg ab acht Uhr im Bett schlummert, kann ich loslassen. Mein Mama-Dienst macht mal Pause. Ich will abends zur Ruhe kommen, im Bett lesen, mich mit meinem Mann unterhalten oder mich einfach an seine Schulter legen und genießen. Ich möchte mich im Schlafzimmer frei bewegen können, Klamotten für den nächsten Morgen sortieren, in Zeitschriften blättern oder einen Tee lautstark schlürfen. So sammel ich Kraft und bin am nächsten Morgen ab 06.00 Uhr wieder Mädchens Mama.

Dennoch gibt es genug Situationen, in denen unser Kind unbedingt ins Familienbett schlüpfen darf, zum Beispiel:

  • wenn sie krank ist
  • nach einem aufregenden Tag
  • wenn sie sich einsam fühlt
  • wenn sie keine Lust hat, alleine zu schlafen
  • einfach zum Toben und Kuscheln!

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Manchmal ist es nicht leicht, wenn die fast Zweijährige doch bei uns schläft und mit Ellenbogen, Knien und Füßen um sich haut und mit ihren 90 Zentimentern Körpergröße etwa Zweidrittel des Bettes einnimmt. Aber meistens, nach einer gemeinsamen Nacht zu dritt, wache ich am Morgen davon auf, dass sich winzige Arme um meinen Hals schlingen und mein Mädchen mir zärtlich “Mama” ins Gesicht haucht.

* Deine Julia

 

Isa: Unser Baby schläft bei uns!

Nun, Du kannst mich jetzt verurteilen. Aber unser Junge hat noch nie eine ganze Nacht in seinem Bett geschlafen. Von Beginn an haben wir ihn bei uns mit ins Bett gelegt.

Ein Hoch auf das Familienbett

Da wir ein hohes Boxspring Bett haben, passte leider kein Beistellbett an unser Bett und sein Gitterbett war mir zu weit weg. Auch wenn es nur einen Meter entfernt stand. Die ersten Nächte konnte ich kaum schlafen. Ständig wurde ich wach und kontrollierte seinen Atem oder schaute ob er noch bequem lag. Daher entschied ich mich den kleinen Mann direkt zu uns ins Bett zu holen. Das Stillen fiel leichter, denn ich musste nicht mehr extra aufstehen um ihn jedes Mal aus seinem Bettchen zu heben. Ich dockte ihn einfach an und schlief nach dem Stillen binnen weniger Sekunden wieder ein. Ich war nicht übermüdet oder hatte Probleme nach der kurzen Wachphase wieder einzuschlafen.

Die richtige Entscheidung?

Nach der Stillzeit, mit etwa 10 Monaten wurde unser Junge jeden Abend nach unserem Abendritual zur Schlafenszeit in sein Gitterbett neben unser Bett gelegt. Dort schlief und schläft er bis heute, bis er das erste Mal nach uns ruft. Dann nehmen wir ihn ohne zu Zögern direkt mit in unser Bett. Vielleicht klingt diese Unfähigkeit, weit weg von meinem Baby zu schlafen, verrückt. Manchmal ist es auch schwer unsere Entscheidung für ein Familienbett anderen gegenüber zu erklären. Es gab Zeiten, da fühlten wir den Druck von außen und hörten ständig deren Bedenken, Zweifel und Ängste. Wir sollten ihm antrainieren alleine in seinem Zimmer zu schlafen. Ich versuchte es, doch es fühlte sich für mich nicht richtig an. Ich fühlte, dass er es nicht wollte, nicht verstand und anscheinend noch nicht bereit dazu ist. Natürlich waren wir selber oft verunsichert, ob unsere Entscheidung die richtige ist.

Aber die Wahrheit ist, dass wir es lieben unseren Jungen in unserem Bett zu haben. Die Wahrheit ist, dass es für mich intuitiv richtig ist, ihn bei uns zu haben. Dort wo er die Nähe und Wärme spürt.

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Die Geborgenheit eines Familienbettes

Ich liebe es, wenn ich nachts doch mal aufwache und seinen Atem höre, das ruhige Schnarchen meines Mannes, draußen den Wind in den Bäumen lausche und gelegentlich ein Auto vorbeifährt. Ich liebe die Wärme unserer drei Körper unter der Decke und die Anziehungskraft, die ich für unseren Sohn habe, wenn er schlafend immer näher zu mir rückt und schließlich die Hälfte meines Kissens einnimmt, um ganz nah bei mir zu sein.

Eines Abends kam ich später ins Bett als mein Mann und ich blickte ins Bett, indem die zwei liebsten und wichtigsten Menschen in meinem Leben lagen. Beide eng umschlungen und friedlich schlafend. Es war ein so wunderschönes Bild.

Es gibt für uns nichts Schöneres, wenn wir morgens mit tapsigen Händen in unserem Gesicht geweckt oder am Bauch mit einem „killekille“ zum Aufstehen verdonnert werden. Das Lächeln, dass wir geschenkt bekommen, wenn wir unsere Augen öffnen und die kurzen Arme, die wir bei der Umarmung um unseren Hals spüren, sind Gesten, die ich nicht missen möchte.

Die Zeit vergeht schnell und irgendwann wird es ein letztes Mal geben, indem unser Junge bei uns im Bett schläft und morgens mit uns gemeinsam den Tag begrüßt. Irgendwann ist er groß, selbstständig, mutig und bereit in seinem Zimmer zu schlafen. Bis dahin vertraue ich mir und glaube daran die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

* Deine Isa

Wo schläft dein Knirps? Bestehst du darauf, dass dein Kind im eigenen Bett schläft oder darf es ins Familienbett schlüpfen?

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Julia

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